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Seven Nordrhein-Westfalen
Eine fünfköpfige Familie aus dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld hat sich dazu entschlossen, ihre Heimat zu verlassen und nach Israel auszuwandern. Die Entscheidung fiel, nachdem sich die Betroffenen im Alltag zunehmend antisemitischen Anfeindungen und direkten Bedrohungen ausgesetzt sahen.
Der finale Auslöser für den Umzug war ein juristisches Verfahren vor dem Kölner Amtsgericht. Ein Mann hatte die Familie zuvor mit einer Geste bedroht, die als Androhung einer Enthauptung wahrgenommen wurde, nachdem er die jüdische Herkunft des Familienvaters erfahren hatte. Das Gericht sprach den Angeklagten jedoch vom Vorwurf der Bedrohung frei, da dieser angab, sich lediglich über die Nase gestrichen zu haben.
Die Mutter beschreibt die Lage seit Oktober als untragbar. Die Familie, die jahrelang in Köln integriert war, fühlt sich durch die öffentliche Stimmung und das ausbleibende Vertrauen in den Schutz staatlicher Institutionen zum Handeln gezwungen. Die Ausreise wird als letzte Konsequenz aus einer Reihe von Vorfällen gesehen, die das Sicherheitsgefühl der Kinder massiv beeinträchtigt haben.
Statistiken unterstreichen die angespannte Lage: Allein im vergangenen Jahr wurden in Köln über 300 antisemitische Vorfälle gemeldet. Bundesweit registrierten Behörden eine besorgniserregende Zunahme von Anfeindungen, die sowohl aus dem rechtsextremen als auch aus dem linksextremen Spektrum stammen.
Geschrieben von: Seb Debollivier
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