play_arrow
Seven Nordrhein-Westfalen
Am Samstagnachmittag stattete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen einen Besuch ab. Rund eine Woche nach dem verheerenden Waldbrand, der die Region tagelang in Atem hielt, wollte der Kanzler den zahlreichen Helfern für ihren Einsatz danken.
Die Ankunft des Regierungschefs verlief jedoch nicht störungsfrei. Während seiner kurzen Rede wurde Merz von einem Pfeifkonzert und lautstarken Buh-Rufen aus der Menge empfangen. Der Kanzler reagierte gelassen auf die Proteste und betonte, dass er sich von den Rufern nicht beeindrucken lasse. Vielmehr wolle er das Gespräch mit denjenigen suchen, die aktiv bei der Bewältigung der Katastrophe mitgewirkt haben.
Auch Landrat Ralf Nolten äußerte sich zu der angespannten Stimmung vor Ort. Er kritisierte die Störer scharf und legte ihnen nahe, sich stattdessen ehrenamtlich in Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr zu engagieren, anstatt ihren Unmut durch Pfeifen kundzutun. Für diese deutlichen Worte erntete der Landrat vor Ort breite Zustimmung.
Der Waldbrand, der erst am vergangenen Freitag vollständig gelöscht werden konnte, hatte massive Auswirkungen auf die Region. Zeitweise mussten etwa 1800 Anwohner ihre Häuser verlassen. Merz kündigte an, dass die Bundesregierung bei der kommenden Kabinettsklausur über eine bessere Vorbereitung auf derartige Großschadenslagen beraten werde, da aufgrund des Klimawandels mit einer Zunahme solcher Ereignisse zu rechnen sei.
Geschrieben von: Seb Debollivier
© 2026 Seven Radio Nordrhein-Westfalen
Beitrags-Kommentare (0)