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Seven Nordrhein-Westfalen
Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich derzeit Autofahrern auf der B9 zwischen Neuss und Dormagen. Aufgrund des massiven Niedrigwassers im Rhein ist ein historischer Aalschokker an der Mündung zum Silbersee freigelegt worden.
Das Wrack liegt dort bereits seit den 1990er-Jahren auf dem Grund. Während bei normalen Pegelständen meist nur die Spitze des Mastes aus dem Wasser ragt, ist das schlammbedeckte Boot nun fast vollständig sichtbar. Der Anblick des alten Kahns, dessen Baujahr auf etwa 1906 datiert wird, wirkt in der aktuellen Umgebung fast wie eine Filmkulisse.
Die Geschichte des Bootes ist untrennbar mit seinem letzten Besitzer verbunden. Dieser war in der Region als Fischer tätig, bevor er nach einer schweren Straftat zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis scheiterten alle Versuche, das Wrack zu bergen oder finanziell zu verwerten. Über den Verbleib des ehemaligen Eigentümers ist bis heute nichts bekannt.
Trotz der erneuten Sichtbarkeit gibt es aktuell keine behördlichen Pläne, das Wrack zu beseitigen. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln stuft den Kahn an dieser Stelle als unproblematisch ein, da keine Gefahr für den laufenden Schiffsverkehr besteht. Eine Bergung wäre zudem mit hohen Kosten verbunden, weshalb das „Geisterschiff“ voraussichtlich weiterhin in der Mündung verbleiben wird.
Geschrieben von: Seb Debollivier
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